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Recycling von Müllverbrennungsasche: Zement statt Deponie

Der Artikel erklärt, wie Recycling von Müllverbrennungsasche Asche zu Zement macht, Deponien reduziert und Ressourcen schont. Er behandelt Technik, Umweltvorteile, rechtliche Aspekte und Praxisbeispiele zu Chancen und Risiken.

Recycling von Müllverbrennungsasche: Zement statt Deponie

Recycling von Müllverbrennungsasche: Zement statt Deponie

Recycling von Müllverbrennungsasche rückt dank neuer Verfahren in den Fokus der Kreislaufwirtschaft. Das UDE-Projekt EMSARZEM zeigt seit Juli 2024 im Industriemaßstab, wie aus MV-Asche Metalle rückgewonnen und die verbleibende Mineralfraktion als Rohstoff für Zement und Beton genutzt werden kann – statt sie auf Deponien zu verbauen (UDE-Meldung zum Projektfortschritt).

Wie funktioniert der EMSARZEM-Prozess?

Kurz gesagt: MV-Asche mit 0–10 mm Körnung wird mehrstufig gemahlen, Metalle werden über bewährte Trennstufen abgereichert, das gereinigte Mineralgut geht als Rohstoff in Zement- und Betonanwendungen. Damit wird Urban Mining wirtschaftlich, weil beide Wertströme – Metall und Mineralik – Erträge liefern.

Im Detail kombinieren die Partner unter Leitung der GKS-Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH mechanische Aufbereitung und Sortiertechnik. Nach dem Mahlen folgen magnetische und wirbelstrombasierte Abscheidung sowie weitere Trennverfahren, um Eisen- und Nichteisenmetalle weitgehend von der mineralischen Matrix zu trennen. Das Mineralgut wird fraktionsabhängig gesäubert und:

  • als Rohmehl- oder Korrekturkomponente in der Zementherstellung eingesetzt,
  • oder als Ersatz für natürliche Gesteinskörnungen in Betonanwendungen genutzt.

Erfolgreicher Praxistest im Industrieformat

Der großtechnische Testlauf im Juli 2024 verlief erfolgreich. Aus Redaktionssicht ist das entscheidend: Erst mit verlässlicher industrieller Prozessführung wird aus einem Forschungsansatz ein praktikabler Stoffstrom, den Zementwerke und Betonhersteller in ihre Rohstoffplanung aufnehmen können (Projekt-Update der UDE).

Wann lohnt sich das Recycling von Müllverbrennungsasche?

Es rechnet sich, wenn die Metallgehalte (z. B. Kupfer 0,3–0,5 %) zusammen mit einer hochwertigen Verwertung der Mineralfraktion im Zementwerk realisiert werden. Ohne Absatz der Mineralik bleibt die Metallrückgewinnung allein wirtschaftlich zu schwach.

Der Referenzpunkt: Primärerzabbau gilt ab etwa 0,3 % Kupfergehalt als wirtschaftlich. Die Feinfraktion der MV-Asche erreicht im Mittel 0,3–0,5 % – auf dem Papier attraktiv, in der Praxis wegen der feinen Verteilung aber anspruchsvoll. Genau hier setzt EMSARZEM an: Metalle separieren und das Mineralgut stofflich nutzen. Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich zusätzlich, wenn Deponiekosten entfallen und Zementwerke natürliche Rohstoffe substituieren können. Das Team von Prof. Dr. Jutta Geldermann (UDE) bilanziert daher sowohl die Prozessökonomie als auch die Ökobilanz (Stand 2025 laufende Bewertung).

Die wirtschaftliche Bedeutung von Kupfer in der Asche

Kupfer ist der Taktgeber der Erlöse. In Deutschland wurden 2022 rund 25 Millionen Tonnen Abfall thermisch behandelt. Konventionelle Aggregate (Siebe, Magnet- und Wirbelstromabscheider) holen daraus bereits etwa 600.000 Tonnen Metalle heraus. In der verbleibenden MV-Asche steckt aber weiter signifikantes Potenzial – vor allem in der Feinfraktion. Aus Redaktionssicht ist der Hebel klar: Je besser die feinkörnigen Metalle separiert und die Mineralik gleichzeitig abgesetzt werden, desto stabiler die Business-Case-Rechnung über Zyklenschwankungen der Metallpreise hinweg.

Welche Mengen und Metalle lassen sich zurückgewinnen?

UDE gibt als technisch erreichbares Potenzial rund 8.000 Tonnen Kupferkonzentrat pro Jahr an – mit etwa 2.800 Tonnen Kupfer, 20 Tonnen Silber und 100 Kilogramm Gold. Das ist nur realisierbar, wenn der Mineralrest als Zementrohstoff oder Betonzuschlag verwertet wird.

Parallel zeigen Branchenzahlen die Größenordnung des Stoffstroms: Jährlich fallen in Deutschland rund 5,7 Millionen Tonnen MV-Aschen an (TH Köln, Projekt ASHCON). Heute verbleibt ein großer Teil davon im Deponiebau; hochwertige Nutzungen im Straßen- und Erdbau lagen 2020 erst bei ca. 17 %. Verfahren wie EMSARZEM oder ASHCON adressieren genau diese Lücke, um mineralische Reststoffe in den Baustoffkreislauf zu bringen (Bericht zu Beton aus MV-Asche).

Ökologische und ökonomische Vorteile

Ökologisch entstehen doppelte Effekte: weniger Deponieraumbedarf und weniger Primärrohstoffe (Gestein, Korrekturstoffe) für Klinker und Beton. Ökonomisch reduzieren sich Entsorgungskosten, während Metalle in die Produktion zurückfließen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Zementöfen mit ihren hohen Temperaturen und langen Verweilzeiten robust gegenüber schwankenden Rohstoffqualitäten sind – ein Pluspunkt für die Integration geeigneter MV-Asche-Fraktionen in die Rohmehlrezeptur, sofern Grenzwerte und Qualitätsparameter eingehalten werden.

Für Bauherren und Sanierer ist der Hebel indirekt, aber relevant: Je mehr Sekundärrohstoffe in Zement und Beton fließen, desto geringer die CO₂- und Ressourcenlast pro Bauprojekt. Aus Redaktionssicht empfehle ich, bei regionalen Betonlieferanten gezielt nach Produkten mit dokumentiertem Recyclinganteil zu fragen. Pilot- und Demonstrationsmengen aus MV-Asche sind Stand 2025 noch regional begrenzt, aber der Pfad in den Markt ist sichtbar.

Recycling von Müllverbrennungsasche: Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Theoretisch kann MV-Asche bereits heute als Ersatzbaustoff im Straßen- und Erdbau genutzt werden, praktisch lag die Quote 2020 bei etwa 17 %. Der größte Teil endet weiterhin im Deponiebau. Mit dem EMSARZEM-Prozess verschiebt sich der Fokus: Nicht nur „irgendeine“ bautechnische Verwertung, sondern gezielte Rohstoffsubstitution in Zementwerken und Betonanwendungen – mit definierter Qualität und planbarem Absatz. Das stärkt die Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Müllverbrennung bis zum Betonbauteil.

Die Rolle der Zementindustrie

Zementhersteller werden zum Anker der Mineralik-Verwertung: Sie können geeignete Aschefraktionen als Rohstoffkomponente nutzen und damit natürliche Lagerstätten schonen. Gleichzeitig braucht es belastbare Qualitäts- und Umweltstandards, damit Asche-basierte Rohstoffe breit akzeptiert werden. Forschung und Praxisprojekte – von EMSARZEM über ASHCON bis zu Industrieinitiativen – treiben diese Standardisierung voran. Perspektivisch können auch vorgelagerte Verfahren (z. B. thermochemische Schritte) Metallerträge weiter erhöhen und organische Reststoffe nutzbar machen, sofern die Prozesskette insgesamt stimmig bleibt (Dechema-Positionspapier zur Abfallverbrennung).

Fazit

Recycling von Müllverbrennungsasche wird mit EMSARZEM vom Nischenversuch zur industriellen Option: Metalle raus, Mineralik in Zement und Beton – statt Deponie. Die Datenlage (Kupfer 0,3–0,5 %, Potenziale im Tonnenmaßstab) und der erfolgreiche Juli-2024-Test stützen die Wirtschaftlichkeit, wenn beide Wertströme greifen. Für die Baupraxis heißt das Stand 2025: wachsende Verfügbarkeit von Baustoffen mit Sekundärrohstoffen und messbare Entlastung bei Ressourcen und CO₂. Wer baut oder saniert, sollte die Entwicklung regional im Blick behalten – und aktiv nach Materialien mit dokumentiertem Recyclinganteil fragen.

Das Recycling von Müllverbrennungsasche ist ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Zukunft. Anstatt die Asche auf Deponien zu entsorgen, kann sie zur Herstellung von Zement verwendet werden. Dies reduziert nicht nur den Abfall, sondern auch den Bedarf an natürlichen Rohstoffen. Ein weiteres Beispiel für nachhaltige Praktiken ist die klimaneutrale Wärmeversorgung Norderstedt. Hier wird gezeigt, wie innovative Lösungen zur Reduktion von CO2-Emissionen beitragen können.

Die Verwendung von Müllverbrennungsasche im Zement ist ein faszinierendes Beispiel für Kreislaufwirtschaft. Es zeigt, wie Abfallprodukte in wertvolle Ressourcen umgewandelt werden können. Ein weiteres interessantes Thema in diesem Kontext ist das passender Stromtarif für flexible Verbraucher. Flexible Stromtarife können helfen, den Energieverbrauch zu optimieren und Kosten zu sparen.

Durch die Integration von Müllverbrennungsasche in die Zementproduktion wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch die Bauindustrie revolutioniert. Diese innovative Methode könnte in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Wenn du mehr über umweltfreundliche Technologien erfahren möchtest, könnte dich auch das Thema umweltfreundlich grillen ohne tropenholz interessieren. Hier erfährst du, wie du beim Grillen auf nachhaltige Materialien zurückgreifen kannst.

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