Storys & Hindergründe

Elektrogate: WiWo-Bericht und die großen Täuschungen in der E‑Mobilität

Der Artikel beleuchtet den WiWo-Bericht, der den Verdacht auf sogenannte Elektrogate gegen die Autoindustrie erhärtet. Er erklärt mögliche Täuschungen bei Reichweitenangaben, Ladeverhalten und Prüfverfahren, bewertet die Folgen für Verbraucher und Politik und nennt offene Fragen.

Elektrogate – WiWo-Bericht stärkt Zweifel an der E‑Mobilität

Schnelle Antworten

Was sind „versteckte Reserven“ im Akku bei Elektrotegaten?
Viele E-Autos haben Schutz- und Sicherheitsreserven im Batteriepaket. Diese Puffer liegen am Ladeende und dienen dem Zellschutz sowie Zielen rund um Garantie und Alterung. Hersteller kommunizieren die Größenordnung oft nicht klar, wodurch die Praxis-Reichweite von Prospektangaben abweichen kann.
Wie kann ich prüfen, wie viel Akkukapazität mir im Alltag wirklich nutzbar ist?
Messen Sie die nutzbare Energie möglichst neutral: Voll-zu-Leer unter reproduzierbaren Bedingungen und idealerweise mit einem geeichten Zähler. Erfassen Sie dabei auch Verbrauch, Temperatur und den Softwarestand, damit die Messung vergleichbar bleibt.
Wer ermittelt bei Elektrogaten – und ist das schon ein Beweis?
Seit Februar 2025 ermittelt die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM gegen Volkswagen, Stellantis, BYD und Tesla wegen des Verdachts überhöhter Reichweiten- und Kapazitätsangaben. Das erhöht zwar den öffentlichen Verdacht, ist aber noch kein Nachweis für ein systematisches Fehlverhalten.
Kann ein Update die nutzbare Akkukapazität oder Reichweite verändern?
Ja. Laut den Berichten eines Batterieanalyseunternehmens (mit Partnern wie ADAC und TÜV Süd) können Software-Updates den Eindruck einer „Reparatur“ vermitteln oder die nutzbare Kapazität reduzieren, um vorzeitige Alterung zu vermeiden. Deshalb sollten Sie den Softwarestand dokumentieren, wenn Sie Abweichungen feststellen.
Wie rechne ich die Reichweite sinnvoll aus, wenn die nutzbaren kWh bekannt sind?
Ein hilfreicher Ansatz ist: kWh nutzbar geteilt durch realen Verbrauch. Beispiel aus der Redaktion: 50 kWh nutzbar bei 18 kWh/100 km im Mix ergeben rund 278 km. Sinkt die nutzbare Energie oder steigt der Verbrauch durch Wetter und Nutzung, schrumpft die Reichweite entsprechend.
Welche Ansprüche kommen bei Elektrogaten-Verdacht in Frage?
In Betracht kommen vor allem Gewährleistung und Garantie, je nach zugesicherter Beschaffenheit und Nachweislage. Zusätzlich können unter Umständen Schadensersatzansprüche relevant sein. Wichtig sind belastbare Belege über die Abweichung zur tatsächlich nutzbaren Kapazität, idealerweise herstellerunabhängig gemessen.

Elektrogate: Die neuen Vorwürfe gegen Reichweite und Akkukapazität

Unter dem Schlagwort Elektrogate verdichten sich Stand Q1 2025 die Hinweise, dass Hersteller bei Elektroautos Reichweite und Batteriekapazität zu optimistisch darstellen. Medienberichte, Analysen und erste Ermittlungen nähren den Verdacht, dass Kunden weniger nutzbare Energie erhalten, als die Prospekte nahelegen – mit spürbaren Folgen im Alltag.

Was steckt hinter den „versteckten Reserven“ in der Batterie?

Kurz gesagt: Viele E-Autos haben Pufferbereiche im Akku, die der Schutzlogik dienen und im Normalbetrieb nicht nutzbar sind – teils größer als von Kunden erwartet. Wie groß diese Reserven sind, kommunizieren Hersteller selten transparent, was die Diskrepanz zwischen Anzeige, Prospektangabe und Praxis-Reichweite erklären kann.

Die WirtschaftsWoche schilderte 2023 ein Experiment mit einem VW eUp!: Unterhalb von rund sieben Prozent State of Charge fuhr das Auto mit deutlichen Einschränkungen weiter; bei „0 %“ rollte es immer noch – offenbar gestützt von einer Notreserve. Solche Sicherheits- und Degradationspuffer sind technisch nachvollziehbar (Zellschutz, Garantieziele), doch die Größenordnung bleibt oft intransparent. Brisant wird es, wenn beworbene „Netto“-Werte aus Kundensicht nicht vollständig nutzbar sind oder wenn Reserven und angegebene Kapazitäten begrifflich vermischt werden.

Aus Redaktionssicht ist Transparenz entscheidend: Wer „nutzbar“ schreibt, sollte auch nutzbar liefern – inklusive klarer Definition, ob der Wert den gesamten fahrbaren Bereich bis zum Abschalten umfasst.

Wer ermittelt – und wie belastbar sind die Hinweise?

Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM ermittelt seit Februar 2025 gegen Volkswagen, Stellantis, BYD und Tesla wegen des Verdachts überhöhter Reichweiten- und Kapazitätsangaben. Das erhärtet den öffentlichen Verdacht, ist aber noch kein Nachweis systematischen Fehlverhaltens.

Neben Medienberichten verweisen Verbraucher- und Autotests auf Abweichungen zur Prospekt-Reichweite; auch der ADAC beobachtet seit Jahren deutliche Unterschiede zwischen WLTP und Praxis, insbesondere bei Kälte, Tempo und Heizung. In den USA musste Tesla nach geänderter EPA-Richtlinie für 2024/2025 Reichweitenangaben senken – ein Indiz dafür, dass Prüfmethoden einen großen Effekt auf den Zahlenausweis haben. Gleichzeitig gilt: Einzeltests oder Experimente ersetzen keine forensische Auswertung großer Flottendaten. Ermittlungen wie jene der AGCM können hier Klarheit schaffen (Bericht zu AGCM-Ermittlungen).

Aviloo deckt Praktiken auf – was bedeutet das für Käufer?

Aviloo, ein Batterieanalyseunternehmen mit Partnern wie ADAC und TÜV Süd, berichtet von Fällen, in denen nominelle Kapazitäten nicht der tatsächlich nutzbaren Energiemenge entsprechen. Teils sollen Software-Updates den Eindruck einer „Reparatur“ vermitteln oder die nutzbare Kapazität reduzieren, um vorzeitige Alterung zu vermeiden.

Für Käufer heißt das: Ohne verlässliche Angabe der tatsächlich nutzbaren Kapazität (kWh usable) wird die zugesicherte „70-Prozent-nach-8-Jahren“-Garantie schwer prüfbar. Aus der Praxis unserer Tests im Redaktionshaus: Unterschiede zwischen „Display-kWh“, BMS-internen Werten und per Messkoffer ermittelter Energieabgabe sind keine Seltenheit. Das ist nicht automatisch Täuschung – kann aber die Beweislage bei Gewährleistung verkomplizieren.

  • Technischer Kern: Zellschutzpuffer am oberen und unteren Ladeende, Balancing-Strategien und Alterungsmanagement.
  • Relevanz im Alltag: Bei 0 % Anzeige kann das Auto noch wenige Kilometer fahren – oder sofort stehenbleiben. Beides ist für Kunden schwer planbar.
  • Transparenzproblem: Ohne offengelegte Puffergrößen bleibt die Brücke zwischen Prospekt-kWh und real nutzbarer Energie unscharf.

Elektrogate: Wie groß ist der finanzielle Schaden?

Die WirtschaftsWoche schätzte für Deutschland 2023 einen potenziellen Schaden von über 350 Millionen Euro, wenn Verbrauchern im Schnitt rund fünf Prozent Kapazität vorenthalten wurden. Global lag die Differenz laut WiWo bei rund sieben Milliarden Euro – belastbar als Rechenmodell, nicht als rechtskräftiger Befund.

Ein Verstärker der Diskrepanz ist das Prüfverfahren WLTP: Es liefert Laborwerte ohne Klimatisierungslasten und mit definierten Profilen. In der Praxis erhöhen Heizung/Klima, Winterbetrieb und Autobahntempo den Verbrauch stark. Selbst korrekte WLTP-Angaben können daher an realen Tagen deutlich verfehlt werden. Der Vorwurf des Elektrogate beginnt dort, wo „Netto“-Kapazitäten beworben, aber im Alltag nicht in vollem Umfang nutzbar sind – jenseits normaler Prüfzyklus-Effekte.

In der Redaktion hat sich bewährt, Reichweite als „kWh nutzbar geteilt durch realen Verbrauch“ zu denken. Beispiel: 50 kWh nutzbar bei 18 kWh/100 km im Mix ergeben rund 278 km – fällt die nutzbare Energie faktisch niedriger aus oder steigt der Verbrauch (Wetter), schrumpft die Reichweite sofort.

Welche rechtlichen Optionen haben Sie bei Elektrogate-Verdacht?

Im Kern kommen Gewährleistung, Garantie und unter Umständen Schadensersatzansprüche in Betracht. Voraussetzung sind belastbare Nachweise zur Abweichung zwischen zugesicherter und tatsächlich nutzbarer Kapazität, idealerweise herstellerunabhängig gemessen.

Die Verbraucherkanzlei Dr. Stoll & Sauer begleitet entsprechende Fälle und verweist auf mögliche Ansprüche, wenn beworbene Kapazitäten oder Reichweiten signifikant verfehlt werden. Eine Erstbewertung kann helfen, die Beweislage zu klären (Überblick zu Elektrogate und Rechtsansprüchen).

  • Garantie: Viele Hersteller sichern 70 % Restkapazität nach acht Jahren/160.000 km zu. Ohne klare Startkapazität bleibt die Prüfung schwierig – messen lassen hilft.
  • Gewährleistung: Bei Abweichungen zur zugesicherten Beschaffenheit können Nacherfüllung oder Minderung infrage kommen.
  • Beweise: Ladevorgänge (Zähler), OBD-/BMS-Daten, unabhängige Kapazitätstests, dokumentierte Fahrprofile und Temperaturen.

Was können Sie als E-Auto-Halter jetzt konkret tun?

Kurzanleitung: Messen Sie die nutzbare Energie möglichst neutral (Voll-zu-Leer unter reproduzierbaren Bedingungen, ideal mit geeichtem Zähler) und dokumentieren Sie Verbrauch, Temperatur und Softwarestand. Suchen Sie dann das Gespräch mit dem Händler – mit Zahlen statt Bauchgefühl.

Aus Redaktionssicht praktikabel sind folgende Schritte:

  • Softwarestand prüfen und dokumentieren: Updates können Ladefenster und Antriebsstrategie ändern.
  • Neutral messen: Von Ladestopp zu Ladestopp kWh am Zähler erfassen; Alternativ ein zertifiziertes Batterie-Gesundheitszertifikat (z. B. via Prüfdienst).
  • WLTP vs. Alltag trennen: Heizung, Winterreifen, Autobahnanteil und Dachbox erhöhen den Verbrauch deutlich.
  • Reklamation strukturiert angehen: Messergebnisse, Protokolle und Fotos bündeln; Testbedingungen notieren.
  • Heimladen smart planen: Konstante Temperaturen in der Garage, moderates AC-Laden (z. B. 11 kW) und SOC-Fenster 20–80 % schonen die Zellen – Reichweite bleibt stabiler.
  • Juristische Prüfung erwägen, wenn Prospekt-„Netto“-Werte trotz reproduzierter Tests klar verfehlt werden.

Fazit

Elektrogate steht 2025 für ein Transparenzproblem: Kunden wünschen verlässliche Angaben zur nutzbaren Akkukapazität und realen Reichweite, erhalten aber oft Prüfstands- und Schutzpufferlogik. Ermittlungen wie jene der AGCM erhöhen den Druck auf klare Kennzahlen. Für die Praxis zählt, messbar zu machen, was das Auto wirklich liefert – und Ansprüche auf Basis sauberer Daten zu prüfen. Aus Redaktionssicht braucht es verbindliche Vorgaben: kWh „nutzbar“ als Pflichtangabe neben WLTP. So bleibt Elektromobilität vertrauenswürdig – und planbar im Alltag.

Die jüngsten Enthüllungen im Bereich der E-Mobilität werfen viele Fragen auf, insbesondere bezüglich der Transparenz und Verlässlichkeit von Brancheninformationen. Um tiefer in die Materie einzutauchen, lohnt sich ein Blick auf die Xiaomi Geschäftszahlen 2023, die wichtige Einblicke in die wirtschaftlichen Aspekte der Technologiebranche bieten.

Des Weiteren ist es entscheidend, die technischen Fortschritte und Herausforderungen in der E-Mobilität zu verstehen. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung von intelligenten Thermostaten, die in der Automobilindustrie Anwendung finden könnten, um die Energieeffizienz zu verbessern. Erfahren Sie mehr über die neuesten Entwicklungen auf der Seite Intelligente Thermostate.

Zuletzt sollte die Diskussion um E-Mobilität auch die Zukunftsvisionen nicht außer Acht lassen. Die Seite Smart Home Zukunft gibt einen Ausblick darauf, wie intelligente Technologien unser Leben weiterhin verändern werden, einschließlich der Art und Weise, wie wir Fahrzeuge nutzen und verstehen. Dieser ganzheitliche Blick hilft, die aktuelle Debatte besser einordnen zu können.

Die Auseinandersetzung mit diesen Themen bietet eine fundierte Grundlage, um die Komplexität und die Potenziale der E-Mobilität zu erfassen und kritisch zu hinterfragen, was hinter den Kulissen passiert.

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