Schnelle Antworten
Was versteht der Kurs unter Social-Media-Kompetenz für Jugendliche?
Wie lernen Jugendliche, Social-Media-Inhalte wie „Fitfluencer“-Tipps richtig einzuordnen?
Wie hilft die Bild-Forensik dabei, Bildbearbeitung und Inszenierung zu erkennen?
Worauf sollten Jugendliche bei Gesundheits-Posts in Social Media besonders achten?
Welche Ergebnisse zeigte die Studie zu #fitspiration bei 14- bis 19-Jährigen?
Für wen ist der Online-Kurs verfügbar und ab wann kann er genutzt werden?
Neuer Online-Kurs stärkt Social-Media-Kompetenz von Jugendlichen im Umgang mit Trends
Jugendliche begegnen täglich Trend-Posts, Fitness-Challenges und vermeintlichen Gesundheits-Tipps auf Instagram, TikTok und Co. Der neue Online-Kurs der FH St. Pölten setzt genau hier an: Er stärkt die Social-Media-Kompetenz, damit 14- bis 19-Jährige Inhalte rasch einordnen, Stereotype erkennen und zweifelhafte Ratschläge entlarven können (Stand Q1 2025).
Was bedeutet Social-Media-Kompetenz konkret?
Social-Media-Kompetenz heißt, Inhalte und Absender zu prüfen, Manipulationen zu erkennen und Entscheidungen bewusst zu treffen – statt Trends unreflektiert zu folgen. Sie umfasst auch eHealth Literacy, also die Bewertung von Online-Gesundheitsinformationen.
Konkret geht es um Fragen wie: Wer steckt hinter einem Kanal? Welche Belege stützen eine Behauptung? Ist ein Bild bearbeitet, inszeniert oder werblich motiviert? Aus Redaktionssicht zahlen gerade diese Fertigkeiten direkt auf den Alltag ein – etwa wenn Jugendliche „Fitfluencer“-Tipps beurteilen oder Werbung von Information unterscheiden.
Hintergrund des Projekts FIVE
Das Projekt „FIVE – #Fitspiration Image VErification“ der FH St. Pölten untersuchte, wie der Social-Media-Hashtag #fitspiration Geschlechterstereotype, Gesundheitsverhalten und Körperwahrnehmung von Jugendlichen beeinflusst. #fitspiration zählt auf Instagram alleine über 20 Millionen Beiträge und transportiert neben Motivation häufig extreme Trainings- und Ernährungspraktiken sowie einseitige Geschlechternormen.
Die Rolle von Social Media im Leben Jugendlicher
„Social Media ist fixer Bestandteil des Lebens von österreichischen Jugendlichen. Leider ist es auch ein Tummelplatz vermeintlicher Gesundheitsprophet*innen und selbsternannter Ernährungsexpert*innen“, sagt Elisabeth Höld, Projektleiterin und Senior Researcherin am Institut für Gesundheitswissenschaften der FH St. Pölten. Das Team analysierte, auf welchen Plattformen 14- bis 19-Jährige #fitspiration konsumieren – und wie sie die Bildsprache deuten.
Welche Ergebnisse zeigte die Analyse von #fitspiration?
Kurz gesagt: Die Bildsprache ist oft stereotyp, wenig divers und vermittelt unrealistische Körperideale. Zudem schätzten sich Jugendliche häufiger als übergewichtig ein, als es objektive Messungen nahelegten.
Die externe Genderexpertin Bettina Prokop ordnet ein: „#fitspiration-Fotos reproduzieren häufig Geschlechter-Stereotype, blenden Diversität aus und setzen enge Schönheitsnormen.“ In der Mixed-Methods-Studie mit Jugendlichen aus Wien und Niederösterreich zeigte sich außerdem: Obwohl viele Teilnehmende reflektiert argumentieren, offenbaren Fragebogendaten Lücken bei Social Media Literacy und eHealth Literacy – und eine Tendenz zur kritischen Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers.
Warum brauchen Jugendliche mehr Social-Media-Kompetenz?
Weil Social-Media-Posts oft Marketing, Meinung und Bildbearbeitung vermischen – und Jugendliche dadurch anfälliger für Fehlentscheidungen werden. Ein strukturierter Kurs kann Prüfmechanismen trainieren, die im Alltag schnell abrufbar sind.
In der Praxis hat sich gezeigt: Wer Quellen checkt, Werbekennzeichnungen erkennt und Bildsignale liest, fällt seltener auf „Wunderdiäten“ oder überzogene Fitness-Challenges herein. Genau diese Muster trainiert der Kurs – inklusive Übungen zu Empathie und Körperakzeptanz, damit der soziale Vergleich weniger Druck aufbaut.
Entwicklung des Online-Kurses
Auf Basis der Studienergebnisse entwickelte die FH St. Pölten einen Online-Kurs inklusive interaktivem Bild-Forensik-Tool. Zielgruppe sind 14- bis 19-Jährige, die lernen, Stereotype zu Körper und Geschlecht zu hinterfragen, Gesundheitsinformationen zu bewerten und gängige Marketing-Tricks auf Social Media zu durchschauen.
Interaktive Tools zur Förderung der Social-Media-Kompetenz
Das Bild-Forensik-Tool zeigt exemplarisch, wie sich Bearbeitungen identifizieren lassen – von auffälligen Hauttexturen bis zu unplausiblen Lichtverhältnissen. Begleitende Module decken typische Manipulationsmuster auf und üben Gegenstrategien ein.
- Kanalcheck: Absender, Interessenlage, Werbekennzeichnung
- Claim-Check: Belege, Studienbezug, Plausibilität
- Bild-Check: Inszenierung, Retusche, Kontext
- Gesundheits-Check: eHealth-Kriterien, Risiko-Nutzen-Abwägung
- Selbstschutz: Umgang mit Vergleichsdruck und Algorithmus-Fallen
Wann und für wen ist der Online-Kurs verfügbar?
Der Kurs ist ab Februar 2025 auf Deutsch verfügbar; er richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren und kann im Unterricht sowie selbstgesteuert eingesetzt werden. Schullizenzen sind bereits bestellbar.
Schulen und Bildungsträger können Lizenzen über den Hölzel Verlag beziehen: Bestellung und Kursinformationen beim Hölzel Verlag. Aus Redaktionssicht sinnvoll: Schulen binden den Kurs in Projektwochen oder fächerübergreifende Einheiten (Gesundheit, Medienkunde, Sport) ein – so greifen eHealth Literacy und Social-Media-Kompetenz ineinander.
Die Umsetzung des Projekts
FIVE wurde unter Leitung der FH St. Pölten gemeinsam mit dem Hölzel Verlag und der Genderexpertin Bettina Prokop umgesetzt. Das Projekt wird aus Mitteln der FFG gefördert. Die Ergebnisse aus Wien und Niederösterreich flossen in Kursdesign, Aufgabenformate und die Bild-Forensik ein – mit Fokus auf alltagsnahe Beispiele aus Instagram und TikTok.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Verbindung aus Forschung, didaktischer Aufbereitung und praxisnahen Tools schließt eine Lücke: Jugendliche wachsen zwar mit Social Media auf, verfügen aber nicht automatisch über hohe Social-Media-Kompetenz. Der Kurs bietet wiederverwendbare Prüfalgorithmen für den Alltag – von Trends bis „Fitfluencer“-Empfehlungen – und stärkt gleichzeitig die reflektierte Körperwahrnehmung.
Fazit
Der Online-Kurs der FH St. Pölten adressiert eine reale Lücke: Er macht Social-Media-Kompetenz und eHealth Literacy für 14- bis 19-Jährige konkret trainierbar. Die Forschung zu #fitspiration zeigt, wie stark Stereotype, Bildbearbeitung und Marketing die Wahrnehmung prägen. Ab Februar 2025 steht der Kurs auf Deutsch bereit; Schullizenzen sind schon heute verfügbar. Aus Redaktionssicht ist die Kombination aus Bild-Forensik, Quellencheck und Selbstschutz-Strategien praxisnah – und hilft Jugendlichen, Social-Media-Trends souverän zu begegnen.
Der neue Online-Kurs für Jugendliche bietet Ihnen die Möglichkeit, den kritischen Umgang mit Social-Media-Trends zu erlernen. In einer digitalen Welt, in der Trends schnell kommen und gehen, ist es wichtig, fundierte Entscheidungen zu treffen. Der Kurs zielt darauf ab, Ihnen die Werkzeuge an die Hand zu geben, um die Auswirkungen von Social Media auf Ihr tägliches Leben besser zu verstehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt im digitalen Zeitalter ist der Schutz Ihrer persönlichen Daten. In unserem Artikel über Privatsphäre zurückgewinnen erfahren Sie, wie Sie Ihre Daten im Internet schützen können. Diese Informationen sind besonders wertvoll, wenn Sie sich in sozialen Netzwerken bewegen und Ihre Privatsphäre wahren möchten.
Social Media kann auch ein Ort für Betrug sein. Es ist wichtig, sich vor Fälschungen und Betrügereien zu schützen. Lesen Sie unseren Artikel über Bestattungsbetrug auf Facebook erkennen, um zu lernen, wie Sie sich vor solchen Gefahren schützen können. Der Artikel gibt Ihnen wertvolle Tipps, um sicherzustellen, dass Sie nicht Opfer von Betrug werden.
Wenn Sie neugierig sind, wie Unternehmen soziale Netzwerke nutzen, um ihre Marken zu stärken, könnte unser Artikel über die Auszeichnung Infineon German Brand Award für Sie interessant sein. Er zeigt, wie Marken durch geschicktes Social-Media-Marketing Anerkennung gewinnen können. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie man Social Media positiv nutzen kann.
