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Schutz bei Hochwasser: Strom rechtzeitig abschalten

Der Ratgeber erläutert kurz und praxisnah, warum Sie bei drohendem Hochwasser den Strom frühzeitig abschalten sollten. Er zeigt die sichere Reihenfolge, worauf Sie achten müssen und wie Sie sich verhalten, um Personen und Geräte bestmöglich zu schützen.

Schutz bei Hochwasser – Strom frühzeitig abschalten

Schutz bei Hochwasser: Wichtige Sicherheitsmaßnahmen für Ihr Zuhause

Beim Schutz bei Hochwasser zählt jede Minute – vor allem rund um Ihre elektrische Anlage. Strom und Wasser sind eine lebensgefährliche Kombination. Dieser Ratgeber bündelt die zentralen Schritte für Eigentümer und Mieter ab 35, damit Sie rechtzeitig abschalten, Risiken richtig einschätzen und Ihr Zuhause nach dem Ereignis sicher wieder in Betrieb nehmen.

Wie schalte ich den Strom bei Hochwasser richtig ab?

Schalten Sie den Hauptschalter Ihrer Hausverteilung ab, bevor Wasser in den Keller oder Technikraum eindringt. Wenn bereits Wasser steht oder der Bereich feucht ist, betreten Sie ihn nicht – rufen Sie Ihren Netzbetreiber.

Das frühzeitige Abschalten ist die wirksamste Maßnahme, um Stromschläge zu verhindern. In der Praxis heißt das: Sobald Meldungen über steigende Pegel kommen oder Rückstau zu erwarten ist, verschaffen Sie sich Zugang zum Sicherungskasten (Hausanschlussraum), solange der Weg trocken ist. Schalten Sie dann den Hauptschalter aus, danach die einzelnen Leitungsschutzschalter/Sicherungen. Ziehen Sie vorab netzabhängige Geräte an bodennahen Steckdosen vom Netz – ohne Hektik, solange der Bereich trocken, trittsicher und gefahrlos erreichbar ist.

  • Planen Sie den Zugriff: Schlüssel, Taschenlampe, feste Schuhe, trockener Stand.
  • Hauptschalter aus, dann Sicherungen/Leitungsschutzschalter aus.
  • Keine riskanten Wege: Kein Abschalten über nasse Böden, keine improvisierten „Trocknungsversuche“.
  • Gas- und Wasserhauptventile schließen, wenn Überflutung wahrscheinlich ist (zusätzlich, wo möglich; Quelle s. Landesleitfaden Baden‑Württemberg).

Aus Redaktionssicht hat sich bewährt, den Hauptschalter mit einer klaren Beschriftung zu versehen und eine kurze Checkliste im Hausanschlussraum zu hinterlegen. Das spart im Ernstfall Zeit und vermeidet Fehlgriffe.

Vermeiden Sie Kontakt mit überflutetem Wasser

Steht bereits Wasser im Keller, gilt: keinen Kontakt aufnehmen und Abstand halten. Wasser leitet elektrischen Strom; es besteht akute Lebensgefahr. Bleiben Sie außerhalb des Gefahrenbereichs und sorgen Sie dafür, dass niemand den Bereich betritt. Weisen Sie Nachbarinnen und Nachbarn darauf hin, insbesondere Kinder fernzuhalten.

Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) weist ausdrücklich darauf hin, dass bei überfluteten Bereichen nur Fachleute bzw. der Netzbetreiber sicher abschalten können. Der Versuch, über Wasserflächen hinweg „noch schnell“ eine Sicherung zu erreichen, ist lebensgefährlich und führt immer wieder zu schweren Unfällen.

Wer darf die Spannung abschalten, wenn der Keller vollgelaufen ist?

Liegt der Hausanschluss, Zähler oder Sicherungskasten im überfluteten Bereich, darf und kann die Freischaltung nur der örtliche Netzbetreiber sicher vornehmen.

Hintergrund: Der Hausanschluss ist Teil der elektrischen Anlage, an der nur Elektrofachkräfte oder der Netzbetreiber arbeiten dürfen. Je nach Lage schaltet der Netzbetreiber betroffene Straßenzüge oder Ortsteile vorsorglich ab, um Personenschäden zu vermeiden. Das ist rechtlich gedeckt; Hochwasser gilt als höhere Gewalt, die die allgemeine Stromversorgungspflicht einschränkt. Hinweise dazu gibt unter anderem die LEW Verteilnetz zum Verhalten bei Hochwasser.

Praktisch heißt das: Rufen Sie die Störungsnummer Ihres Netzbetreibers oder die örtliche Einsatzleitung. Nennen Sie Adresse, Kellertiefe und ob elektrische Anlagen erkennbar im Wasser stehen. Warten Sie die Bestätigung ab, dass freigeschaltet wurde. Ohne diese Bestätigung bleibt der Bereich tabu.

Im Zweifel: Spannung als aktiv ansehen

„Im Zweifelsfall muss man davon ausgehen, dass die Spannung nicht abgeschaltet wurde“, betont Dieter Rothweiler, Leiter des Fachkompetenzcenters elektrische Gefährdungen bei der BG ETEM. Erst wenn zweifelsfrei feststeht, dass keine Spannung mehr anliegt, dürfen Sie sich dem Wasser nähern.

Diese Grundregel gilt unabhängig davon, ob Nachbarn „keinen Strom mehr haben“ oder ob einzelne Lichter ausgefallen sind. Teilabschaltungen, Rückspeisungen über Notstromaggregate in der Nachbarschaft oder Photovoltaikanlagen im Inselbetrieb können zu unerwarteten Spannungen führen. Details und aktuelle Sicherheitshinweise finden Sie in der BG ETEM-Meldung „Bei Hochwasser frühzeitig Strom abschalten“ (Stand 2024, weiterhin gültig).

Wann darf der Strom nach dem Abpumpen wieder an?

Erst nach Prüfung und schriftlicher Freigabe durch eine Elektrofachkraft. Vorher bleibt die Anlage spannungsfrei.

Nach dem Abpumpen sind Feuchteschäden in Verteilungen, Steckdosen, Leitungen, Schaltern und Geräten möglich. Korrosion und Restfeuchte führen zu Kriechströmen und Brandgefahr. Die Elektrofachkraft misst Isolationswiderstände, prüft Schutzleiter und Fehlerstromschutz (RCD/FI), öffnet bei Bedarf Verteilungen und beurteilt, was ausgetauscht werden muss. Durchfeuchtete Betriebsmittel wie Steckdosen, Schalter und Verteilerdosen im Wasserbereich werden in der Regel erneuert. Auch Heizungs- und Pumpensteuerungen müssen geprüft werden.

Wichtig: Erst nach vollständiger Trocknung der Bausubstanz, dem Austausch geschädigter Komponenten und bestandenen Messungen wird die Anlage Abschnitt für Abschnitt wieder in Betrieb genommen. Aus Redaktionssicht ist es sinnvoll, die Wiederinbetriebnahme protokollieren zu lassen – das hilft gegenüber Versicherung und für spätere Wartung.

Stromversorgung frühzeitig abschalten

Das frühzeitige Abschalten der Stromversorgung ist Kern des Schutzes bei Hochwasser. Planen Sie vorausschauend, wann Sie welche Sicherungen erreichen und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen. Stellen Sie sicher, dass alle Haushaltsmitglieder wissen, wo sich Hauptschalter, Zählerplatz und Hausanschlussraum befinden. Eine kurze Trockenübung im Alltag schafft Sicherheit für den Ernstfall.

Für Mieterinnen und Mieter: Klären Sie mit der Hausverwaltung, wer den Zugang zum Hausanschlussraum hat, und wo sich die nächste Störungsnummer befindet. Hängen Sie die Infos gut sichtbar im Treppenhaus oder im Technikraum aus.

Welche Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden?

Vermeiden Sie improvisierte oder riskante Handlungen. Einige Fehlannahmen halten sich hartnäckig – hier die wichtigsten Korrekturen aus der Praxis:

  • Keine Gummistiefel-Lösung: Gummistiefel ersetzen keine Netzfreischaltung. Wasser kann über den Rand eindringen, Spritzer treffen blanke Haut.
  • Keine Verlängerungskabel-Tricks: Das Stromlos-Machen über eine „weit entfernte“ Steckdosenleiste ist wirkungslos und gefährlich. Nur der Hauptschalter trennt das ganze Hausnetz.
  • Keine Eigenbastelei am Hausanschluss: Plomben, Vorzählerbereiche und Zähler sind tabu – Aufgabe des Netzbetreibers oder einer Elektrofachkraft.
  • Keine voreilige Wiederinbetriebnahme: Trocknen mit Heizlüfter reicht nicht. Messwerte entscheiden.
  • Keine Pumpversuche ohne Freischaltung: Auch Tauchpumpen können bei Restspannung im Wasser zur tödlichen Gefahrenquelle werden.

Präventive Maßnahmen für den Schutz bei Hochwasser

Vorsorge reduziert Stress und Schäden. Was sich bewährt (Stand 2025):

  • Kritische Technik verlagern: Wenn möglich, Hausverteilung, Heizungssteuerung und Netzwerkkomponenten höher anbringen oder in weniger gefährdete Etagen verlegen.
  • Steckdosenhöhen prüfen: Bodennah gefährdete Steckdosen im Keller reduzieren oder auf spritzwassergeschützte Varianten umrüsten (Elektrofachkraft beauftragen).
  • Rückstauklappen instand halten: Kellerabläufe und Rückstauklappen regelmäßig prüfen und schließen, wenn Hochwasser droht (siehe Landesleitfaden Baden‑Württemberg).
  • Notfallplan definieren: Zuständigkeiten, Reihenfolge (Strom – Gas – Wasser), Störungsnummern, Treffpunkt. Ein laminiertes Blatt im Technikraum hat sich in der Praxis bewährt.
  • Frühwarnsysteme nutzen: Offizielle Warn-Apps aktivieren, lokale Pegelstände beobachten. Wassermelder im Keller können per Sirene oder App warnen – sie ersetzen keine Netzfreischaltung, verschaffen aber wertvolle Minuten.
  • Sachwerte erhöhen: Elektrogeräte, Akkus, Werkzeugkoffer und Mehrfachsteckdosen rechtzeitig in höhere Ebenen bringen. Kabel sauber aufwickeln und trocken lagern.

Konkrete, amtliche Hinweise zur Vorbereitung und zum Verhalten bündelt das Land Baden‑Württemberg im Leitfaden „Was tun, wenn Hochwasser droht?“ (PDF), der auch für andere Bundesländer praxisnah ist. Darin wird unter anderem empfohlen, Strom und Heizung in gefährdeten Räumen abzuschalten und Gas- sowie Wasserhauptventile zu schließen.

Wie koordinieren Sie Einsatzkräfte, Netzbetreiber und Versicherung?

Informieren Sie im Ereignisfall zuerst die Rettungskräfte bei unmittelbarer Gefahr, dann den Netzbetreiber zur Freischaltung und Ihre Versicherung. Halten Sie folgende Informationen bereit: Adresse, Wasserstand (in cm), betroffene Räume, Lage der elektrischen Anlage (trockener/überfluteter Bereich), besondere Risiken (z. B. Öltank, PV‑Wechselrichter im Keller). Dokumentieren Sie Schäden mit Fotos aus sicherer Distanz – ohne Betreten überfluteter Zonen.

Nach der Freigabe durch die Elektrofachkraft stimmen Sie die Wiederherstellung mit Handwerksbetrieben und Versicherung ab. Aus Redaktionssicht zahlt sich eine zentrale Liste mit Gewerken und Ansprechpartnern aus (Elektro, Heizung/Sanitär, Trocknung, Bau).

Was ändert Hochwasser für Ihre allgemeine Stromversorgung?

Je nach Lage kann der Netzbetreiber ganze Straßen oder Ortsteile vorsorglich vom Netz trennen, um Personen- und Sachschäden zu vermeiden. Das ist in Hochwasserlagen rechtlich zulässig und dient dem Schutz aller. Rechnen Sie dann mit längeren Unterbrechungen, auch wenn Ihr Haus nicht unmittelbar betroffen ist. Eine haushaltsübliche Notfallausstattung (Taschenlampen, Batterien, Powerbank, Trinkwasser, haltbare Lebensmittel) ist sinnvoll und entlastet Einsatzkräfte. Prüfen Sie Ihre individuellen Bedürfnisse (z. B. medizinische Geräte) und planen Sie Alternativen rechtzeitig ein.

Checkliste: Kurz und knapp für den Ernstfall

Diese komprimierte Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt:

  1. Warnlage prüfen (App, Radio), Zugang zum Sicherungskasten sichern – solange trocken.
  2. Hauptschalter ausschalten, anschließend alle Sicherungen abschalten.
  3. Geräte in bodennahen Bereichen vom Netz trennen – nur, solange der Bereich trocken ist.
  4. Gas- und Wasserhauptventile schließen, Rückstauklappen schließen.
  5. Bereich absperren, niemanden hineinlassen; bei Überflutung: Netzbetreiber/Einsatzkräfte rufen.
  6. Nach dem Abpumpen: Elektrofachkraft beauftragen, schriftliche Freigabe abwarten.

Fazit

Frühes, konsequentes Abschalten ist der wirksamste Schutz bei Hochwasser. Betreten Sie keine überfluteten Bereiche und lassen Sie die Freischaltung im Zweifel vom Netzbetreiber vornehmen. Nach dem Abpumpen gilt: Erst messen, dann schalten – die Elektrofachkraft gibt frei. Wer Technik verlagert, Rückstau sichert und einen klaren Notfallplan hat, reduziert Risiko und Ausfallzeit spürbar.

Wenn Sie bei Hochwasser frühzeitig den Strom abschalten, schützen Sie nicht nur Ihr Eigentum, sondern tragen auch zur Sicherheit Ihrer Familie bei. Diese Vorsichtsmaßnahme kann entscheidend sein, um elektrische Unfälle zu vermeiden. In diesem Zusammenhang ist es ebenso wichtig, sich über innovative Lösungen zu informieren, die Ihnen helfen, Ihr Zuhause smarter und sicherer zu gestalten. Smart Home - Integration von Anfang an bietet Ihnen wertvolle Einblicke, wie Sie Technologie nutzen können, um Ihr Haus effizienter zu machen.

Ein weiterer Aspekt, den Sie berücksichtigen sollten, ist die Energieeffizienz Ihres Smart Homes. Durch die Optimierung des Energieverbrauchs können Sie nicht nur Kosten sparen, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Seite Energieverbrauch Smart Home gibt Ihnen praktische Tipps, wie Sie den Energieverbrauch Ihrer smarten Geräte optimieren können.

Zusätzlich zur Energieeffizienz ist die Nutzung erneuerbarer Energiequellen ein wichtiger Schritt hin zu einem nachhaltigeren Zuhause. Erfahren Sie mehr über nachhaltige Heizlösungen aus Solarenergie, die nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch langfristig Ihre Energiekosten senken können. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass Ihr Smart Home nicht nur sicherer, sondern auch zukunftsfähig wird.

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