Schnelle Antworten
Wie können KRITIS-Betreiber Sicherheitslösungen ganzheitlich umsetzen?
Welche QualitĂ€tsstandards sind fĂŒr KRITIS-Betreiber besonders relevant?
Was bedeutet es, dass KRITIS-Sicherheit eine Chefsache sein muss?
Welche Ănderungen bringt NIS2 fĂŒr KRITIS-Betreiber konkret mit sich?
Geht das KRITIS-Dachgesetz weit genug fĂŒr QualitĂ€tsnormen mit Sicherheitsdienstleistern?
Wie machen KRITIS-Betreiber Security messbar und prĂŒfbar?
KRITIS Sicherheitslösungen ganzheitlich umsetzen: "Jeder KRITIS-Betreiber muss Sicherheit ganzheitlich denken und zur Chefsache machen"
KRITIS Sicherheitslösungen ganzheitlich umzusetzen, war der zentrale Appell der Sicherheitskonferenz STATE OF SECURITY von KĂTTER Security und German Business Protection (GBP) in Berlin (06.06.2024, ĂŒber 100 Teilnehmende). Die Bedrohungslage fĂŒr Kritische Infrastrukturen in Deutschland ist hoch â physische Angriffe auf Energie- und Verkehrsanlagen treffen auf stetig zunehmende Cyberattacken. Gefordert wurden höhere Investitionen in den KRITIS-Schutz und die klare Verankerung von Security- und Risk-Management als Chefsache.
Die Bedrohungslage ist klar beschrieben
Behörden und Fachgremien warnen seit Langem vor dem Risikopotenzial; Medienberichte zu erfolgreichen oder vereitelten Angriffen auf KRITIS hĂ€ufen sich. Der Tenor der Konferenz: Die Analysephase ist vorbei, nun zĂ€hlt die konsequente Umsetzung integrierter MaĂnahmen ĂŒber alle Sektoren und UnternehmensgröĂen hinweg. Friedrich P. Kötter, Verwaltungsrat der KĂTTER Security Gruppe, unterstrich diese Notwendigkeit vor Ort am Brandenburger Tor.
Vorbildfunktion der Konzerne
GroĂe Konzerne in Deutschland sind beim KRITIS-Schutz hĂ€ufig besser aufgestellt und dienen damit als Blaupause fĂŒr öffentliche Einrichtungen und Mittelstand. Entscheidender Erfolgsfaktor ist die enge, qualitĂ€tsgesicherte Kooperation mit spezialisierten Sicherheitsdienstleistern â inklusive laufender Optimierung. Das geplante KRITIS-Dachgesetz mit sektorenĂŒbergreifenden Mindeststandards kann hierfĂŒr eine Basis legen (Stand 2025 im Gesetzgebungsprozess).
Geht das KRITIS-Dachgesetz weit genug?
Nach EinschĂ€tzung von Friedrich P. Kötter fehlen im ĂŒberarbeiteten Referentenentwurf weiterhin klare Vorgaben zur Anwendung anerkannter QualitĂ€tsnormen in der Zusammenarbeit mit Sicherheitsdienstleistern â obwohl die europĂ€ische CER-Richtlinie dies nachdrĂŒcklich empfiehlt. Genannt wurde die Normenreihe EN 17483 (entwickelt mit UnterstĂŒtzung des europĂ€ischen Dachverbands CoESS) als Referenz fĂŒr Standards bei Personaleinsatz, Infrastruktur und Organisation. Der Appell an den Gesetzgeber: diese LĂŒcke zĂŒgig schlieĂen.
Welche QualitĂ€tsstandards sind fĂŒr KRITIS-Betreiber relevant?
Kurz gesagt: EU-empfohlene Sicherheitsnormen wie EN 17483 und ein zertifiziertes Business Continuity Management (z. B. ISO 22301) schaffen belastbare, vergleichbare QualitĂ€tsniveaus â und erleichtern die AuditfĂ€higkeit.
Im Detail zahlen verbindliche Standards auf Resilienz und Nachweisbarkeit ein: Vorgaben fĂŒr Rekrutierung, Schulung und ZuverlĂ€ssigkeit von Personal, definierte Prozesse fĂŒr Zutritts- und Perimeterschutz, sowie klar geregelte Melde- und EskalationsablĂ€ufe. Das im DIN-Umfeld diskutierte Zusammenspiel aus Risiko- und KontinuitĂ€tsmanagement stĂ€rkt die BetriebsfĂ€higkeit auch bei hybriden Angriffen. Aus Redaktionssicht ist ein zertifiziertes BCM heute ein Muss-Baustein, um Compliance, KrisenĂŒbungen und Wiederanlaufzeiten konsistent zu steuern.
Eigenverantwortung der KRITIS-Betreiber
UnabhĂ€ngig von gesetzlichen Vorgaben sollten Betreiber QualitĂ€tsanforderungen aktiv in Ausschreibungen und VertrĂ€ge schreiben â inklusive Messkriterien, Service Levels und Test-Szenarien. Wird der gesetzliche Rahmen weniger konkret, gewinnt diese Eigensteuerung an Bedeutung. Die zehnte STATE OF SECURITY, moderiert von Fritz Rudolf Körper (StaatssekretĂ€r a. D.), hat diese Erwartung an die Betreiberseite nochmals deutlich gemacht.
Was Ă€ndert NIS2 fĂŒr KRITIS-Betreiber konkret?
Kurzantwort: NIS2 erweitert den Kreis betroffener Unternehmen deutlich, verschĂ€rft Cyber- und Meldepflichten und erhöht Management-Haftung â in Deutschland gebĂŒndelt im geplanten NIS-2-Umsetzungs- und CybersicherheitsstĂ€rkungsgesetz (Stand 2025: Referentenentwurf).
In der Praxis bedeutet das: Mehr Unternehmen fallen unter regulatorische Vorgaben, mĂŒssen Risikomanagement, Incident-Handling und Lieferketten-Security nachweisen und definierte Prozesse implementieren. KĂŒnftig sind digitale, medienbruchfreie Melde- und Nachweiswege zentral, ebenso eine klare Kompetenzaufteilung von Bundes- und Landesbehörden, um DoppelaufwĂ€nde zu vermeiden. Der politische Appell aus der Konferenz: Mehr Cyberschutz ja â aber ohne zusĂ€tzliche BĂŒrokratiehĂŒrden, insbesondere fĂŒr europaweit agierende Firmen.
Strategische Sicherheitskonvergenz
Alexander Frank (CoESS) forderte das Auflösen ĂŒberholter Silos zwischen physischer Sicherheit und IT-Security. Mit zunehmender Vernetzung durch Digitalisierung und KI steigt sonst die AnfĂ€lligkeit fĂŒr hybride Angriffe. Das CoESS-Whitepaper âPhysische Cybersicherheit und kritische Infrastrukturenâ liefert Handlungsempfehlungen fĂŒr integrierte SchutzmaĂnahmen. Aus Redaktionssicht hat sich in KRITIS-Umgebungen ein gemeinsames Lagebild auf einer Plattform bewĂ€hrt â mit Assets, Alarmevents, Zutrittslogs und OT/IT-Telemetrie in einer Governance.
Wie lassen sich KRITIS Sicherheitslösungen ganzheitlich umsetzen?
Ein integrierter Ansatz verbindet baulich-technische, organisatorische und digitale MaĂnahmen â priorisiert nach Risiko, geprĂŒft im Betrieb, gemessen mit KPIs.
Konkrete Praxisbausteine, die wir in Audits und Projekten immer wieder sehen:
- Physischer Schutz: mehrlagiger Perimeter, Zutrittskontrolle, Videoanalyse, Drohnendetektion; 24/7-Leitstelle mit definierten Reaktionszeiten.
- OT/IT-Security: Netzwerksegmentierung, HĂ€rtung von ICS/SCADA, Patch- und Schwachstellenmanagement, Zero-Trust-Prinzipien.
- IdentitÀten & Prozesse: streng geregelte Rollen, Vier-Augen-Prinzip, Lieferanten- und Besucherprozesse, Background-Checks.
- Resilienz: Notfall- und WiederanlaufplĂ€ne (BCM nach ISO 22301), Redundanzen, Blackout- und Ransomware-Ăbungen.
- Schulung & Awareness: regelmĂ€Ăige Trainings, Phishing-Simulationen, Safety/Security-Unterweisungen fĂŒr Leitwarte und AuĂendienst.
- Messbarkeit: Security-KPIs (z. B. Mean Time to Detect/Respond), Audits, Penetrationstests, Red-Teaming inkl. Social Engineering.
Aus Redaktionssicht lohnt es sich, eine Security-Governance unter Vorstandspatin zu verankern, Budgets mehrjĂ€hrig zu planen und Beschaffung, IT/OT, Werksschutz und Recht in einem Steering Committee zu bĂŒndeln. Wer hier professionell aufstellt, reduziert Reaktionszeiten signifikant und verbessert PrĂŒf- und VersicherungsfĂ€higkeit.
Politische UnterstĂŒtzung und BĂŒrokratie
Unternehmen unterstĂŒtzen grundsĂ€tzlich jede Initiative fĂŒr mehr Cyberschutz. Gleichzeitig mĂŒssen Melde-, Nachweis- und Registrierungspflichten volldigital erfĂŒllbar sein, ZustĂ€ndigkeiten zwischen Bundes- und Landesbehörden klar geregelt und EU-weit harmonisiert werden. Nur so wird Regulatorik zum Enabler â und nicht zum Hemmschuh in der Umsetzung.
Rechtlicher Rahmen: Was gilt heute, was kommt morgen?
Das IT-Sicherheitsgesetz (IT-SiG/ITâSiG 2.0) prĂ€gt seit 2015/2021 Melde- und Mindeststandardpflichten in KRITIS-Sektoren; NIS2 und das KRITIS-Dachgesetz sollen diese Breite und Tiefe ausbauen (Stand 2025: laufende Prozesse). Hintergrund und Einordnung zum IT-Sicherheitsgesetz bietet der DVGW-Ăberblick: Regulierungsstand fĂŒr KRITIS-Betreiber. Zum Konferenzkontext der Aussagen siehe die Mitteilung des BDSW: âJeder KRITIS-Betreiber muss Sicherheit ganzheitlich denken âŠâ.
KRITIS Sicherheitslösungen ganzheitlich umsetzen
Einheitliche Standards, wie sie politische Vertreter und BranchenverbĂ€nde einfordern, sind das Fundament fĂŒr widerstandsfĂ€hige Infrastrukturen. BeitrĂ€ge der Konferenz â vom kriminalpolitischen Blick (MdB Sebastian Fiedler) bis zu Auswirkungen von KRITIS-Dachgesetz, CER und NIS2 (Prof. Dr. Sachar Paulus) â zeigen: Konvergenz von Cyber- und physischer Sicherheit, professionelle Zutrittskonzepte und gelebtes Risk- und BCM-Management gehören zusammen. Oder kurz: KRITIS Sicherheitslösungen ganzheitlich umsetzen heiĂt, Silos abbauen, Verantwortlichkeiten bĂŒndeln und QualitĂ€t messbar machen.
Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Wirtschaft
Christian Hochgrebe (StaatssekretĂ€r, Berlin) plĂ€dierte fĂŒr ein engeres Zusammendenken behördlicher und privater Akteure â horizontal wie vertikal. Neben dem unmittelbaren Schutz zĂ€hlt das Vertrauen in die Schutz- und LeistungsfĂ€higkeit des Staates. Praktisch heiĂt das: gemeinsame Lage- und Ăbungsszenarien, abgestimmte Krisenkommunikation und verbindliche Schnittstellen fĂŒr Meldewege.
Der Status Quo aus unternehmerischer Sicht
Alexander B. Krause (Siemens Energy) ordnete das KRITIS-Dachgesetz aus Unternehmensperspektive ein. Prof. Dr. Sachar Paulus skizzierte die Wechselwirkungen zwischen KRITIS-Dachgesetz, CER und NIS2 fĂŒr die Konvergenz von physischer und Cyber-Security. FĂŒr die Wirtschaft diskutierten u. a. BDSW-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Peter Schwark, MdB Leon Eckert und Dr. Kay Ruge (Deutscher Landkreistag) konkrete Anforderungen an Standards, Meldepflichten und PraktikabilitĂ€t.
Ăffentliche Sicherheit und wirtschaftliche Anforderungen
Martin Zeidler (BBK) unterstrich die Bedeutung von KRITIS fĂŒr die öffentliche Sicherheit und das Krisenmanagement. In der Diskussionsrunde wurden ergĂ€nzend PrioritĂ€ten fĂŒr die Wirtschaft beleuchtet â von ausfallsicheren BetriebsablĂ€ufen bis zu europaweit harmonisierten Nachweispflichten.
Fazit
Die Konferenz macht klar: KRITIS Sicherheitslösungen ganzheitlich umzusetzen ist kein Nice-to-have, sondern Vorstandsaufgabe. Regulatorik (ITâSiG, NIS2, KRITIS-Dachgesetz) setzt den Rahmen, QualitĂ€tssicherung durch Normen wie EN 17483 und ein BCM nach ISO 22301 schaffen Widerstandskraft. Wer physische und digitale Sicherheit konvergiert, Prozesse testet und Kennzahlen fĂŒhrt, reagiert schneller und resilienter. Aus Redaktionssicht sollten Betreiber jetzt Standards vertraglich fixieren, Silos abbauen und Governance samt Budgets verbindlich verankern.
Kritische Infrastrukturen sind das RĂŒckgrat unserer modernen Gesellschaft. Sicherheit muss daher von allen KRITIS-Betreibern ganzheitlich gedacht und zur Chefsache gemacht werden. Die jĂŒngste Sicherheitskonferenz "STATE OF SECURITY" von KĂTTER Security unterstrich dies eindrucksvoll. Ăber 100 Teilnehmer diskutierten ĂŒber die neuesten Herausforderungen und Lösungen im Bereich der Sicherheitsinfrastruktur.
Ein wichtiger Aspekt der Sicherheit ist die Integration moderner Technologien. So können beispielsweise flĂŒssigkeitsgekĂŒhlte KI-Rechenzentren eine effiziente und sichere Datenverarbeitung gewĂ€hrleisten. Erfahren Sie mehr ĂŒber die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten von flĂŒssigkeitsgekĂŒhlte KI-Rechenzentren und wie sie zur Sicherheit Ihrer Infrastruktur beitragen können.
Auch die Implementierung robuster IT-Sicherheitslösungen spielt eine entscheidende Rolle. Unternehmen wie Westcon bieten fortschrittliche Lösungen an. Entdecken Sie die Möglichkeiten des Westcon Palo Alto Networks AWS Marketplace und wie diese Plattform Ihre IT-Sicherheit stÀrken kann.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Ausbildung und Sensibilisierung des Personals. Ein umfassendes Krisenmanagement kann dazu beitragen, SicherheitslĂŒcken zu schlieĂen und auf NotfĂ€lle vorbereitet zu sein. Informieren Sie sich ĂŒber bewĂ€hrte Strategien im Krisenmanagement und wie Sie Ihr Team optimal auf Krisensituationen vorbereiten können.
Insgesamt zeigt sich, dass eine ganzheitliche Betrachtung und stĂ€ndige Weiterentwicklung der SicherheitsmaĂnahmen unerlĂ€sslich sind. Nur so kann die Sicherheit kritischer Infrastrukturen gewĂ€hrleistet und auf zukĂŒnftige Herausforderungen vorbereitet werden.
