Kleinkinder Mediennutzung Studie 2023: Was zeigen die Daten?
Die Kleinkinder Mediennutzung Studie 2023 erfasst, wie 2- bis 5-JÀhrige digitale Angebote nutzen: 23 Prozent verwenden tÀglich mindestens ein smartes GerÀt, 44 Prozent nutzen tÀglich digitale Inhalte wie Mediatheken, Streaming oder Apps (Stichprobe: 600 Haupterziehende; Veröffentlichung 2024, Stand der Auswertung 2025).
Herausgeber ist der MedienpĂ€dagogische Forschungsverbund SĂŒdwest (mpfs). Die Ergebnisse wurden u. a. auf einem Fachkongress in Berlin vorgestellt. FĂŒr den Smart-Living-Alltag bedeutsam: Der Zugang zu Smartphones, Tablets und Sprachassistenten wĂ€chst â und mit ihm die Verantwortung, Nutzung altersgerecht zu begleiten.
Originaldokumente bieten vertiefte Befunde und Grafiken: die mpfs-Seite zur Studie miniKIM 2023: Kleinkinder und Medien sowie der ausfĂŒhrliche Ergebnisbericht als PDF miniKIM-Studie 2023 (PDF).
Welche Ergebnisse liefert die Kleinkinder Mediennutzung Studie 2023 im Detail?
Kurz gesagt: Mehr GerĂ€te im Haushalt, mehr persönliche VerfĂŒgbarkeit fĂŒr Kinder und hĂ€ufigere Nutzung. Ein FĂŒnftel der Kleinkinder verfĂŒgt bereits ĂŒber ein eigenes Tablet (2020: 14 %, 2023: 21 %), jedes zehnte hat ein eigenes Handy/Smartphone (2020: 4 %, 2023: 10 %), und Sprachassistenten sind hĂ€ufiger greifbar (2020: 3 %, 2023: 8 %).
Ăber Haushaltebene betrachtet, haben vier von fĂŒnf Familien mit Kleinkindern ein Streaming-Abo. Bei der Nutzung gilt: 23 Prozent der 2- bis 5-JĂ€hrigen bedienen tĂ€glich ein internetfĂ€higes GerĂ€t; rechnet man Streaming, Mediatheken, Apps oder Spiele hinzu, sind es 44 Prozent tĂ€gliche digitale Nutzung. Diese Relationen decken sich mit den elterlichen Angaben zu âzumindest seltenerâ bis âwöchentlicherâ Smartphone-Nutzung der Kinder (53 % zumindest selten; 22 % mindestens wöchentlich; vgl. mpfs/lfk).
VerÀnderungen in der Medienausstattung der Haushalte
Seit 2020 ist die Medienausstattung umfangreicher. Streaming-Abos sind in Familien mit Kleinkindern Standard; Spielkonsolen, smarte Lautsprecher und Tablets stehen hĂ€ufiger bereit. Damit verlagert sich der Erstkontakt mit digitalen Inhalten stĂ€rker in den Vorschulbereich â oft ĂŒber sprachgesteuerte Interfaces, die keine Lese- oder Schreibkompetenz verlangen. Das erleichtert kindgerechte Angebote, senkt aber auch die HĂŒrde fĂŒr unpassende Inhalte, wenn Einstellungen fehlen.
Wie hat sich der direkte Zugang der Kinder verÀndert?
Der persönliche Zugang ist gewachsen: Jedes fĂŒnfte Kleinkind hat ein eigenes Tablet (21 %), bei 4- bis 5-JĂ€hrigen liegt der Anteil bei 28 %. Der direkte Zugang zu Streaming-Abos ist von 8 auf 13 Prozent gestiegen (2020 zu 2023).
In der Praxis heiĂt das: GerĂ€te wandern vom Gemeinschaftsraum hĂ€ufiger ins Kinderzimmer â teils als eigenes EndgerĂ€t, teils als freigegebenes FamiliengerĂ€t. Das erhöht die SelbststĂ€ndigkeit, fordert aber klare Regeln zu Inhalt, Dauer und Zeiten. Auch die VerfĂŒgbarkeit von Sprachassistenten (8 % persönlicher Zugriff) schafft neue Pfade: Kinder können Audioinhalte oder einfache Wissensfragen per Sprache starten. Ohne Schutzprofile können dadurch jedoch ungeeignete MusikstĂŒcke, Podcasts oder Skills aktiviert werden.
Aus Redaktionssicht lohnt sich ein bewusster GerĂ€te-Mix: ein robustes Kinder-Tablet mit Profilsteuerung statt altem Familien-Smartphone, Kopfhörer mit LautstĂ€rkebegrenzung und eine Streaming-KinderoberflĂ€che. So bĂŒndeln Sie Medienkonsum an einem kontrollierten Ort statt ĂŒber viele, schwer ĂŒberblickbare Touchpoints.
Welche Rolle haben Eltern bei der Mediennutzung?
Begleitung und Rahmensetzung sind zentral: 89 Prozent der Eltern interessieren sich stark fĂŒr den kindlichen Medienumgang â und sie prĂ€gen ihn aktiv durch Auswahl, Regeln und Vorleben.
Die Studienleitung betont den Spagat: Familien besitzen eine breite Medienausstattung, machen diese aber zunehmend auch kleinen Kindern zugĂ€nglich. Daraus folgt Verantwortung, Nutzung zu begleiten und altersgerecht zu gestalten. Begleitung heiĂt in diesem Alter: gemeinsam auswĂ€hlen, mitschauen/-hören, nachfragen, erklĂ€ren und Inhalte in Alltagserfahrungen rĂŒckbinden (âWas hast du gesehen? Worum ging es?â). Technische Schutzmechanismen helfen, ersetzen pĂ€dagogische PrĂ€senz aber nicht.
Kindgerechte ZugÀnge zum Internet
Das BzKJ-Forschungsprojekt âKindgerechte ZugĂ€nge zum Internetâ zeigt: Auch jĂŒngere Kinder wollen digital kommunizieren, spielen und lernen. Die Angebotslandschaft deckt diesen Bedarf bislang nur teilweise, weshalb 2024 Fördermittel fĂŒr altersgerechte Angebote bereitgestellt wurden. FĂŒr Familien bedeutet das: WĂ€hlen Sie bevorzugt Plattformen mit klaren Kinderbereichen, geprĂŒften Inhalten und verstĂ€ndlicher Bedienung; meiden Sie offene Videoplattformen ohne Voreinstellungen fĂŒr Vorschulkinder.
Wie setzen Sie altersgerechte Mediennutzung im Smart Home um?
Starten Sie mit einfachen, wirksamen Stellschrauben. In der Praxis haben sich folgende MaĂnahmen bewĂ€hrt:
- Kinderprofile aktivieren: In Streaming-Apps (z. B. âKidsâ-Bereiche) altersgerechte Stufen wĂ€hlen, Autoplay und algorithmische Empfehlungen einschrĂ€nken.
- GerÀtehygiene: Ein separates Kinder-Tablet einrichten, nur freigegebene Apps installieren, App-Installationen per Passwort sperren.
- Nutzungszeiten: Mit Bordmitteln wie Bildschirmzeit (iOS), Family Link (Android) oder Router-ZeitplÀnen feste Medienzeiten definieren; Puffer vor Schlafenszeit einplanen.
- Inhalte kuratieren: Qualitative, kurze Formate bevorzugen (z. B. Lern-Apps, Hörspiele, Bilderbuch-Apps), keine unendlichen Feeds. Medienzeit mit analogem Spiel ausbalancieren.
- Sprachassistenten kindersicher: Explizite Inhalte sperren, Einkaufsfunktion deaktivieren, Mikrofonzeiten begrenzen; Skills/Action-Liste regelmĂ€Ăig prĂŒfen.
- Gemeinsam nutzen: Neue Inhalte immer zuerst zusammen testen; Regeln sichtbar aufschreiben und regelmĂ€Ăig anpassen.
FĂŒr das Heimnetz empfehlen wir, GerĂ€te der Kinder in ein separates WLAN mit Jugendschutzfiltern zu legen. Viele aktuelle Router bieten Profilsteuerung pro GerĂ€t (DNS-Filter, ZeitplĂ€ne). Achten Sie auf transparente Filterregeln â pauschale Blacklists können Lernseiten blockieren. Besser: Positivlisten fĂŒr Vorschulkinder.
Aus Redaktionssicht ist âco-viewingâ der stĂ€rkste Hebel: Wenn Sie bei neuen Inhalten mit dabei sind, sinkt das Risiko von Ăberforderung und Werbung mit Druckaufbau (âJetzt kaufenâŠâ). ErgĂ€nzend helfen kurze, wiederkehrende Rituale: Nach jeder Medienzeit zwei Minuten ĂŒber das Gesehene sprechen und eine analoge AnschlussaktivitĂ€t starten.
Was bedeuten die Zahlen fĂŒr Smart-Living-Entscheidungen zuhause?
Die Befunde der Kleinkinder Mediennutzung Studie 2023 lassen sich in konkrete Kauf- und Konfigurationstipps ĂŒbersetzen: Setzen Sie auf GerĂ€te und Dienste mit starker KinderoberflĂ€che, fein einstellbaren Profilen und zuverlĂ€ssigen Zeitkontrollen. Sprachassistenten gehören in GemeinschaftsrĂ€ume, nicht ins Kinderzimmer. Bildschirme sollten eine anpassbare Blaulichtreduktion besitzen und mit Kopfhörern mit LautstĂ€rkebegrenzung kombiniert werden.
WĂ€hlen Sie Dienste, die Datenverarbeitung offenlegen und eine einfache Elternaufsicht bieten. PrĂŒfen Sie in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden die Nutzungsstatistiken auf GerĂ€te- und App-Ebene, um Gewohnheiten frĂŒh zu erkennen und gegenzusteuern. Und: Halten Sie den GerĂ€tebestand schlank â weniger Touchpoints erleichtern die Begleitung.
Fazit
Die Kleinkinder Mediennutzung Studie 2023 zeigt klar: Mehr GerĂ€te, mehr ZugĂ€nge, mehr tĂ€gliche Nutzung â bei 2- bis 5-JĂ€hrigen lĂ€ngst RealitĂ€t. Technik kann dabei unterstĂŒtzen, wenn Profile, Filter und Zeiten konsequent gesetzt sind. Entscheidend bleibt die aktive Begleitung: gemeinsam auswĂ€hlen, mitreden, nachbereiten. Wer Smart-Home-Funktionen gezielt nutzt und Medienerlebnisse einbettet, schafft einen sicheren, kindgerechten Start in die digitale Welt.
Die zunehmende Digitalisierung betrifft auch unsere jĂŒngsten Familienmitglieder. Schon im Kleinkindalter kommen viele Kinder in Kontakt mit Smartphones und Tablets. Dies wirft Fragen ĂŒber die Auswirkungen dieser frĂŒhen Technologieexposition auf. Um Eltern dabei zu unterstĂŒtzen, den Medienkonsum ihrer Kinder besser zu gestalten, bietet der KI-Tutor Kim: 24/7 Mathe-Hilfe eine hilfreiche Ressource. Dieses Tool nutzt kĂŒnstliche Intelligenz, um spielerisches und interaktives Lernen zu fördern.
Neben Lernhilfen gibt es auch Apps, die auf die Gesundheit und Sicherheit der Kinder ausgerichtet sind. Ein beeindruckendes Beispiel hierfĂŒr ist die SchĂ€del-Hirn-Trauma App - Ăberwachungstool. Diese App ermöglicht es Eltern, wichtige Gesundheitsparameter ihrer Kinder im Auge zu behalten, was besonders nach UnfĂ€llen oder bei spezifischen medizinischen Bedingungen von Bedeutung sein kann.
Es ist jedoch wichtig, dass Eltern auch die Zeit, die ihre Kinder mit Technologie verbringen, sinnvoll gestalten. Eine Möglichkeit, die Bildschirmzeit zu begrenzen und gleichzeitig den Spaà nicht zu kurz kommen zu lassen, bietet die Smartes Weihnachtsessen: Tipps & Tricks. Diese Seite gibt kreative Anregungen, wie man Kinder in die Vorbereitung von Mahlzeiten einbinden und dabei spielerisch Lerninhalte vermitteln kann.
Die richtige Nutzung von Technologie kann eine bereichernde Erfahrung fĂŒr Kinder sein, wenn sie richtig angeleitet und ausgewogen ist. Eltern spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie ihre Kinder die digitale Welt erleben und nutzen.
